Kulturbüro Elisabeth Berlin
Kultur Raum geben

Der Tag des Gerichts - Ein Oratorium von Georg Philipp Telemann

Samstag, 24. Juni 2017

20 Uhr

St. Elisabeth
Zum Jubiläumsjahr von Georg Philipp Telemann führt die Sing-Akademie sein furioses Alterswerk zum Weltuntergang auf: "Der Tag des Gerichts" - ein Singgedicht in vier Betrachtungen aus dem Jahr 1767.

Die Vorstellungen vom bald bevorstehenden Weltuntergang, von der Apokalypse, vom Tag des jüngsten Gerichts erfreut sich gegenwärtig wieder großer Beliebtheit. Dystopien, Endzeitberichte und Prophezeiungen bestimmen auffällig oft die politische Berichterstattung ebenso wie die zeitgenössischen Diskurse.

Der Aufklärer Georg Philipp Telemann hat die in der Offenbarung des Johannes überlieferte christliche Erzählung vom Ende der Welt 1760 als einer der ersten Komponisten der Musikgeschichte in ein Oratorium verwandelt. Darin lässt er den Weltuntergang in einem spätbarocken Feuerwerk tatsächlich musikalisch stattfinden! Vorher aber diskutieren der Unglaube und die Vernunft, der Spötter und die Andacht, der Evangelist Johannes und Jesus höchstselbst miteinander die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. Grandiose Musik und ein zum Denken anregendes, spätbarockes Lehrstück aus der über 3000 Jahre alten Geschichte vom Ende aller Tage.
Das Konzert wird eröffnet mit Telemanns Solo-Kantate "Ino" nach einem Text des Berliner Dichters Karl Wilhelm Ramler. Dieses Selbstgespräch der Amme des Gottes Dionysos gehört zu den tollsten Studien musikalischer Raserei. Der 85-jährige Telemann komponierte hier plötzlich in einer ganz neuen Tonsprache, die auf die Wiener Klassik vorausweist. Interpretiert wird diese kleine Musiktragödie nach einer Vorlage aus Ovids "Metamorphosen" von Julia Giebel (Komische Oper Berlin).

Programm:
Georg Philipp Telemann: Der Tag des Gerichts - Ein Singgedicht in vier Betrachtungen (TWV 6:8), 1761/62
für vier Singstimmen, zwei Trompeten, Pauken, drei Hörner, zwei Oboen, Fagott, Viola da gamba, Streicher und Basso continuo

Hauptchor der Sing-Akademie zu Berlin
Herren des Staats- und Domchors
Kammersymphonie Berlin,
Solisten:
Julia Giebel (Sopran), Geneviève Tschumi (Alt), Johannes Gaubitz (Tenor), Arttu Kataja (Bass)
Leitung: Kai-Uwe Jirka
Moderation: Christian Filips 

Karten zu 20 €, erm. 10 €, Vorbestellung unter bueroatsing-akademie.de