Berliner Festival Alter Musik – Faszination Renaissance
In der Villa Elisabeth, in St. Elisabeth und St. Matthäus, in der Sophienkirche und im Kunstgewerbemuseum begegnen sich Berliner und internationale Ensembles und eröffnen Klangräume einer Epoche, deren Ideen bis heute nachwirken. Historisch informiert, international vernetzt und mit Blick auf die Gegenwart lädt das Festival im Herzen Berlins dazu ein, die Vielfalt eines Zeitalters zu entdecken, das zwischen Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlichem Wandel neue Horizonte eröffnete.
Die Renaissance markiert einen Wendepunkt der europäischen Geschichte: den Übergang von der Autorität überlieferter Gewissheiten hin zu freier Forschung, kritischem Denken und der Überzeugung, dass der Mensch die Welt durch Beobachtung, Vernunft und Neugier verstehen kann. Dieses neue Selbstverständnis findet seinen vielleicht berühmtesten Ausdruck in Leonardo da Vincis Vitruvianischem Menschen. Inspiriert von den Schriften des römischen Architekten Vitruv stellte Leonardo den Menschen ins Zentrum von Kreis und Quadrat – zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen. Nicht der Mensch als Herrscher über die Welt steht hier im Mittelpunkt, sondern seine Fähigkeit, sie wahrzunehmen, zu erforschen und zu begreifen. Fast zeitgleich verschob Nikolaus Kopernikus die Perspektive erneut: Die Erde, so seine Erkenntnis, kreist nicht im Zentrum des Universums, sondern um die Sonne. Zwischen diesen beiden Ideen – dem grenzenlosen Potenzial des menschlichen Geistes und der überwältigenden Größe des Kosmos – entfaltet sich ein Spannungsfeld, das bis heute aktuell geblieben ist. Die Suche nach Erkenntnis ist nie abgeschlossen. Neugier und Demut gehören untrennbar zusammen.
Das Programm des Berliner Festivals Alter Musik führt durch die Vielfalt der Renaissance und ihren Nachhall. Zu erleben sind naturinspirierte Musik mit modernen Synthesizern von Alexander Bonus, italienisch inspirierte Madrigale von Johann Hermann Schein mit dem Titans Rising Ensemble, venezianische Frottole inmitten von Glasmeisterwerken bei einer Führung mit Dr. Claudia Kanowski im Kunstgewerbemuseum sowie das Ensemble Art d’Echo – Juliane Laake, das die gemalten Figuren Lucas Cranachs des Älteren zum Leben erweckt. Das Publikum erwartet außerdem ein Renaissance-Tanzfest mit The Playfords, Schattentheater für Familien mit Double Reed Tales Berlin, ein Wandelkonzert mit Überraschungsgast, dem intimen Gambenconsort tiefsaits und dem klangprächtigen Bläserensemble Alta Bellezza, die faszinierende Welt des italienischen Madrigals mit Profeti della Quinta und die Polyphonie des erst kürzlich wiederentdeckten Leuven Chansonnier mit dem Sollazzo Ensemble. Am letzten Festivaltag erklingt Jacob Obrechts Missa Maria zart mit Cappella Pratensis, gefolgt von musikalischen Entdeckungen rund um den heute kaum bekannten Komponisten Caspar Kittel mit Joel Frederiksen and Ensemble Phoenix Munich und der Renaissance-Flöte und -Trommel von Zweigulden in geselliger Atmosphäre. Den festlichen Abschluss bildet ein opulentes Adventsprogramm von B’Rock Orchestra & Vocal Consort mit Musik von Heinrich Schütz – ein vielstimmiger Wunsch nach Frieden in einer bewegten Welt.
Weitere Informationen zum Programm finden sich hier: https://www.berlinerfestivalaltermusik.de/berliner-festival-alter-musik/
Vorverkauf:
Der Vorverkauf startet in Kürze. Der Festivalpass von 180 € ist nur als Early Bird im VVK erhältlich.
Mitwirkende:
Titans Rising Ensemble | Ensemble Art d'Echo | The Playfords | tiefsaits | Alta Bellezza | Profeti della Quinta | Sollazzo Ensemble | Cappella Pratensis | Ensemble Phoenix Munich | B'Rock Orchestra & Vocal Consort | Alexander Bonus